Über Uns

Seit einigen Jahren lebe ich mit meiner Familie und unseren Tieren  in einem Landschaftsschutzgebiet in Feld- und Waldrandlage. Ein großzügiges Grundstück mit angrenzendem Acker-und Weideland.  Nach stundenlangem Rasen mähen, kam rasch der Gedanke auf, sich eine kleine Herde Schafe zuzulegen. Wir wurden schnell fündig und gaben 5 Tierheimschafen ein neues Zuhause. Die sanften Tiere mit ihrer Ruhe und zutraulichen Art, mit ihrer wunderbaren, weichen Wolle eroberten schnell unser Herz.  Auf meine Frage was man denn nun mit der Wolle machen könne, erhielt ich die Antwort eines Schäfers „die kannst du wegwerfen, das ist nichts wert. Kannst du  als Dünger im Garten verarbeiten“. Im ersten Jahr so geschehen und die Ernte war ganz erstaunlich. Im zweiten Jahr nach der Schur, war die Wolle aus dem ersten Jahr noch nicht verrottet und versorgte immer noch unsere Gartenpflanzen mit reichlich Nährstoffen. Wegwerfen?

Damit wollte ich mich nicht abfinden, war doch die weiche Wolle viel zu Schade dazu. Ich machte mich auf Spurensuche und recherchierte, was man denn nun alles mit Wolle anstellen kann.

Ich habe mich während meiner Recherche gefragt, warum Schafe in so großer Zahl, bei so großer Hitze leben sollen, während in Europa immer mehr Schäfer um ihre Existenz kämpfen. Wenn es immer weniger Wanderschäfer gibt, wer wird denn unsere schwer zugängliche Landschaft pflegen? Über all diese Fragen hinweg begann ich unterschiedliche Kissen und Decken, gefüllt mit einem feinen weichen Vlies herzustellen. Unsere Hunde wurden ebenfalls mit Haustierkissen ausgestattet, sie lieben sie bis heute, für die Stubentiger unserer Freunde ebenfalls ein bevorzugter Sitz- und Schlafplatz.

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Wolle als
medizinisches Produkt

Pedanios Dioskurides (1. Jhd n. Ch.) gilt als berühmtester Pharmakologe der Antike und beschreibt sehr detailiert in seiner Arzneimittellehre der „Materia Medica“ eine Vielzahl pflanzlicher, tierischer und mineralische Arzneimittel und deren medizinische Anwendungen.

In seinem zweiten Buch berichtet er über die Verwendung von Schurwolle, Gewinnung und Lagerung von Wollfett und Anwendung fetthaltiger Wolle für eine Vielzahl entzündlicher Erkrankungen. Die Erkenntnisse des Dioskurides waren weit verbreitet und galten bis ins 19. Jahrhundert als Grundlage der medizinischen Lehre. Die Entwicklung der chirurgischen Watte basiert auf den Eigenschaften der Wollfaser.

Woher stammt unsere Wolle?

Wir verarbeiten Wolle aus eigenem Betrieb und aus der Region und sammeln direkt nach der Schur bei  Hobbyschäfern und Kleinbetrieben aus Frankfurt am Main, Hofheim, Hochheim, Rohrbrunn und aus dem Odenwald

 

Die Schafe haben genau wie unsere eigenen Tiere einen Namen, sie heißen zum Beispiel Otto, Gudrun, Mathilde,  Kaspar oder Erna. Sie werden von ihren Haltern geliebt und wenn es Ihnen nicht gut geht, liebevoll umsorgt. Sie erhalten gutes Heu und haben freien Zugang zu den Weideflächen.

Wie wird sie verarbeitet?

Der Aha-Effekt des ersten Waschgangs begeistert mich auch nach mittlerweile sehr vielen Fellen, immer noch. Kaum berührt das Wasser die staubige Wolle, wird sie innerhalb von Sekunden wieder weiß. Durch die  seifige Konsistenz  des Wollfetts entsteht eine hohe Reinigungskraft . Vor dem Waschen wird die Wolle vorbereitet, verschmutzte Stellen, grobe Strohreste, Disteln o.ä entfernt. Nach mehreren Waschgängen ohne Zugabe weiterer Reinigungsmittel wird die Wolle an der frischen Luft getrocknet. Der Kuschelfaktor Schafwolle wird durch den leichten ganz besonderen Geruch gefördert. Leicht wahrnehmbar in den Vliesen, da durch den Verzicht auf chemische Reinigungsmittel wie karbonisieren, Zugabe von Schwefelsäure und bleichen ein Anteil Lanolin (Wollfett) erhalten bleibt. Unsere Wolle enthält kleine Partikel von Heu-oder Strohhälmchen da diese nur durch die Karbonisierung entfernt werden können.

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Unsere Schafe

Das sind sie, die Wolllieferanten, die Tröster der Seele, die Rasenmäher und Landschaftspfleger

Sie sind ganz und gar nicht dumm und können sich bis zu 20 verschiedene Gesichter merken. Sie wissen wo das gute Futter steht und brechen auch schon mal in das Heuzelt ein, wenn ihnen das aus der Futterraufe nicht mehr mundet. Sie sind gutmütige, raffinierte, sanfte Riesen . Natürlich sind sie auch schreckhaft, als Fluchttiere immer auf Habacht-Stellung. Fühlen sie sich sicher  genießen sie es hinter den Ohren gekrault zu werden. Sie sind gutmütige, raffinierte, sanfte Riesen. 

Unsere Tiere

Unsere Hühnergang setzt sich aus frechen Mixen der Rassen Bielefelder Kennhuhn, Maran und Araucana zusammen. Ein Großteil der Hühner sind Abgaben von anderen Haltern, ausgesetzte Hühner und Hennen aus Massentierhaltungen, die über den Verein Rettet das Huhn zu uns kommen.

Unsere Entenbande besteht aus drei Erpeln und acht netten aber lautstarken Entendamen.

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